Samstag, 15. November. Es ist kalt und dunkel. Nebel schleicht ums Haus und es ist 07.00 Uhr. Was soll das? Warum schreckt mich der Wecker aus meinem fetten Fondue-Schlaf und was stinkt so fürchterlich nach Käse und Knoblauch? Ach ja... ...das bin ja ich.
Aber heute ist ja fischen auf dem Sarnersee angesagt. Und Noah ist noch im Ausgang? Nein, der schläft friedlich seinen Rausch aus. Ich aus den Federn und erstmal unter die Dusche. Frisches Brot und frische Butter, Honig und Konfitüre; erst mal ein rechtes "Zmorge" auf den Tisch gestellt. Nach dem ersten Schluck Orangensaft habe ich das Gefühl, es geht. Dann wecke ich Noah. Mann..."dont ask him any question in the morning!"
Auch dass noch! Die erste Frostnacht und die Autoscheiben sind vereist. Also war erst mal kratzen angesagt. Und dann das Boot an die Anhängerkupplung montieren; Noah schläft dabei im Stehen und versucht sich auf irgend etwas zu konzentrieren. Einsteigen, Heizung auf Vollpower und los geht es in die Innerschweiz und in Richtung Wolfenschiessen. Wir müssen ja noch Mäsi (Jerkfreak) abholen. Unser Guide für Heute.
Ankunft beim Touribüro in Sarnen. Hier gibt es Tages- und Zweitageskarten. "Oh, dass tut uns aber leid, wir mussten bereits abrechnen". "Huere Siech nomol!" Aber die nette junge Dame bemüht sich. Vor allem als sie Mäsi sieht und hört, bekommt sie es zusätzlich auch noch mit der Angst zu tun. "In Lungern im Sportzentrum hat es noch welche". Also nichts wie hin. Mit leichter Verzögerung kommen wir wieder in Sarnen bei der Einwasserungsstelle an.
Jetzt kann es ja losgehen!
Die Einwasserung gelingt uns in der Zwischenzeit innerhalb von 5 bis 10 Minuten. Und so waren wir kurz vor 11.00 Uhr auf dem schönen See. "Mäsi, wohin soll es den gehen?". Unser ortskundiger Guide führt uns zielsicher an die Küste vor Sachseln. Hier knallt der Junge mit voller Kraft seinen BBZ durch die Luft, dass einem Angst und Bang wird. Noah und ich versuchen es mit kleineren Geschossen. Jedoch bleibt in den ersten Stunden der Erfolg aus.
Nach Sachseln ist auch bei Mäsi Köderwechsel angesagt. Ich bin ja nicht ganz sicher, ob Jerkbait zum Extremen neigt, aber das kleine Teil, welches er jetzt montiert, kommt mir doch ein bisschen spanisch vor. "Da hinten sind Alet!" Erster Wurf von Mäsi und der Fisch hängt.
Kurzer aber heftiger Drill. Bei mir beisst in den nächsten Sekunden ebenfalls ein schönes Alet auf den Cultiva Mira Shad. Noah hat sich von mir den CRA-PEA Medium in grün geliehen -> "Scheissfarbe". Kurz darauf kannt dann bei Noah ein schönes Alet auf den CRA-PEA in Scheissfarbe.
Nach der Kälte, welche sich langsam in unsere Knochen schlich, scheint jetzt kurz die Sonne und wir können unsere Jacken ausziehen. Wobei ich nicht ganz sicher bin, was Drilladrenalinwärem und was Sonnenwärem ist.
Mäsi weist uns den Weg. Quer über den See in Richtung Wilen. " Bei der Sägerei hat es sicher Alet". Cool, machen wir doch. Angekommen und schon macht der Nidwaldner in Obwalden seinen ersten Wurf. "Biss, Biss, Biss". Auf seinen kleinen Stinkfischkiller - ohne Vorfach montiert - hat ein stattlicher Hecht von 75cm gebissen. Kurzer Drill und perfekte... "wo ist der Kescher?" ... Handlandung? geht doch!
Danach hatten die beiden Jungs nur noch Hunger. Und dank der lieben Priska (Priska? keine Ahnung; die Ex von Mäsi?) konnten Noah und Mäsi mittels fernbestelltem Döner-Kebab (ich kotze jetzt noch von diesem lauwarmen Duft) ihren Hunger stillen.
Die Kälte war jetzt definitiv unser grösster Feind. Also ab nach Hause. Wir hatten ja eine Zweitageskarte gekauft und morgen ist Sonntag.
Sonntag, 16. November
Nicht so früh. Noah war ja wieder im Ausgang und in Begleitung von 4 oder 5 hübschen sympathischen Luzernerinnen lässt es sich lange aushalten. Aber um 9.00 Uhr ging es dann trotzdem los. Michi stand mit seiner neuen Steez 2508 in der Hand schon ziemlich ungeduldig neben unserem Boot. Man ist der nervös!
Originalton Noah: "Der ist ja so was von krank..."
"You know man, fishing is like drugs, but even better!"
Also rein ins Auto und nichts wie los. Diesmal waren wir bereits um 10..00 Uhr auf dem See.
SCHEISSKÄLTE 6°!
Spinnen wir eigentlich? Ja klar doch; also keine Zeit verlieren und gleich Spinnfischen. Diesmal gings nach rechts.
Immer dem Ufer entlang in Richtung Wilen. Nach 30 Minuten meint doch Michi cool: "wo bleiben denn die Fische?". Er will ja die neue Steez einweihen. Aber oft kommt es anders als man denkt. Bis zum Mittag (diesmal war es noch kälter und die Sonne liess sich auch nicht blicken) lief nichts.
Also Stelle wechseln und quer über den See zurück an unseren Hotspot von gestern. Wer zuvorderst im Boot ist, ist klar im Vorteil Noah hat ein fettes Alet überlistet. Wiederum auf den "geliehenen" CRA-PEA. Und kurz darauf konnte auch ich meinen Schneidertag beenden. Noah hat noch ein zweites Alet auf die grossen Schuppen gelegt.
Jetzt war aber trotz leicht erhöhtem Puls und gestiegenem Adrenalinspiegel die Kälte das massgebende Problem. Die Idee des Seniors, Würste am wärmenden Feuer zu braten setzten wir in der Steinwüste beim Steinibach in die Tat um.
"Hmm... das beste Essen seit langem", "Super diese heissen Cervelart".
Und das Feuer wärmet uns die durchgefrorenen Knochen.
Gut gestärkt befischten wir nochmals das "Westufer". Aber erfolglos.
Abbrechen und zurück in die warme Stube, bevor sich die Jungs eine Erkältung holen. Mein Thermoanzug hielt ja dicht. "I got the knowledge, you know".
Habe ich schon mal erwähnt, dass das Fischen dem Ufer entlang mit dem E-Motor das reine Vergnügen ist?
Einfach nur geil.
Und Noah ist der Pro im fahren. "He got the knowledge too".
Auswassern in 10 Minuten und ab nach Hause. We come back!